Pkw-Stellplätze günstig selber bauen – mit geringer Flächenversiegelung

Bei der Schaffung von Wohnraum stehen Bauherren vor der Frage, wie die Erstellung von PKW-Stellplätzen auf dem Grundstück erfolgen soll. Nachhaltig denkendende und umwelltbewusste Menschen finden sich hier in einem Kontrast zwischen Zweckmäßigkeit und schonender Nutzflächeninanspruchnahme.

Woran orientiert man sich?

Umweltorganisationen, z.B. das NABU-Programm für eine nachhaltige Siedlungspolitik, verweisen auf die zunehmende Nutzflächeninanspruchnahme und die damit einhergehende der Bodenversiegelung. Insbesondere in urbanen Gebieten begünstigt dies biologische Monostrukturierung und den Rückgang der Artenvielfalt.

Bauherren suchen eine langlebige und nachhaltige Lösung mit geringem baulichen und kostenschonenden Aufwand. Idealerweise rücken hier Möglichkeiten in den Fokus, die der aktuellen Problematik der Versiegelung entgegenwirken und gleichzeitig aus nutzersicht praktisch sind. Wir haben quasi im Selbstversuch eine Stellplatzlösung mit Rasenwaben realisiert, die uns begeistert hat und über die wir hier berichten möchten.

PKW-Stellplätze mit Rasenwaben
PKWs auf nachhaltig angelegten Stellplätzen

Nachdem das Haus fertig gestellt war, begann ab April 2019 die Überlegung der Bauherrin, wie die notwendigen PKW-Stellplätze geschaffen werden. Nach einiger Überlegung fiel die Wahl auf eine Errichtung mit hohem Eigenleistungspotenzial und nachhaltigem Umwelt- und Mobilitäts-Aspekt: Rasenwaben. Wir haben gute Erfahrungen gemacht und möchten im Folgenden darüber berichten.

Rasenwaben der Firma ACO
Rasenwaben auf eingeebneter Fläche

Die Freifläche vor dem Haus wurde eingeebnet und glattgezogen. Bis zu einer Tiefe von ca. 10 cm unterhalb der Geländehöhe wurde normaler Kies eingebracht und geglättet. Auf diesen Unterbau kam grober Kies bis ca. 3 cm an die Geländehöhe heran, der ebenfalls geglättet wurde. In diesen Grobkies werden die Rasenwaben eingesetzt. In unserem Fall beliefen sich die Kosten für ca. 60 m² Stellplatzfläche auf rund 1.200€ für die Rasenwaben (im Baumarkt erhältlich, Details beantworten wir gerne auf Anfrage). Der feine Kies war vorhanden. Der Grobkies wurde für ca. 200 € angeliefert. An Arbeitsaufwand wurden ca. 50 Stunden aufgewendet.

Darstellung vom Mutterboden auf Rasenwaben
Rasenwaben mit aufgebrachtem Mutterboden

Auf die fertig verlegten Rasenwaben wird dann Mutterboden aufgeschüttet. Dieser sollte zunächst etwas über die Geländehöhe hinaus verteilt werden, da der Mutterboden anschließend abwechselnd gewalzt und gewässert wird, damit sich der Mutterboden in dien Zwischenräumen der Rasenwaben vollständig verteilt. Idealerweise hilft Mutter Natur mit einem Regenschauer.

Stellplätze mit Rasengittern

Auf dieser Fläche wird dann die Rasensaat verteilt. Zu beachten ist, dass die Fläche vorweg geharkt (als aufgerauht) wird, damit die Samenkörner in das Erdreich eindringen können. Anschließend wird die Fläche gewalzt (verdichtet), um die Samen im Erdreich einzuschließen und das Keimen zu erleichtern. Wir waren im sehr trockenen, warmen Frühsommer des Jahres 2019 aktiv, daher der deutliche Hinweis: Ihr müsst die Flächen wässern, wässern, wässern.

Rasensaat wird aufgebracht
gewässerte Fläche mit Rasenwaben

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Nach rund 14 Tagen mit intensiver Bewässerung (da Regen ausblieb) war die Freude groß, als die ersten Grashalme spriessten:

erste Grashalme spriessen durch Rasenwaben

Und rund 4 Wochen nach der Baumaßnahme sah es schon nach Reife aus:

Stellplatz mit Rasenwabe 4 Wochen nach Errichtung
Rasenwabe mit Gras, ca 4 Wochen nach Errichtung
PKW-Stellplätze mit Rasenwaben
PKWs auf nachhaltig angelegten Stellplätzen

Nach rund 6 Wochen haben wir die Fahrzeuge dann erstmals auf den Flächen abgestellt – aus unserer Sicht ein lohnendes Projekt.

Fazit

Mithilfe von Rasenwaben lassen sich Stellplätze in Eigenleistung kostengünstig errichten. Sofern man Transportmittel hat, könne quasi alle notwendigen Komponenten selber zeitnah beschafft werden.

Mithilfe von Online-Tutorials können auch fachfremde Leute die Arbeiten selber durchführen.

Fachfirmen haben absolut ihre Berechtigung uns auch Ihre Position im Markt, sind aber aufgrund des aktuell vorhandenen Baubooms häfig nicht kurzfristig einsetzbar

Die Flächenversiegelung wird minimiert, die Rasenwaben helfen zB bei Starkregen, die Niederschlagsmengen auf natürliche Art und Weise zu regulieren. Zusätzlich wird das Mikro-Klima mit reguliert: Die Stellplätze heizen sich im Sommer nicht so stark auf wie Vergleichsobjekte aus Betonsteinen.

Wir empfehlen das Projekt weiter!

Hopfenanbau in Norddeutschland

Im Mai 2019 war es soweit: nachdem das Haus in Hamburg-Ochsenwerder fertig gebaut war, machten wir uns an die Gartengestaltung. Hierbei gibt es in unserem Fall einiges zu beachten, denn der Bebauungsplan macht deutliche Vorgaben, wie der Garten zu gestalten ist.

Ziel der Gemeinde und der Stadtplaner ist, möglichst regional übliche Pflanzenarten zu begünstigen.

Unsere Wahl viel schnell auf den Hopfen: Bis ins frühe 20. Jahrhundert gab es in Hamburg dutzende kleinere Brauereien. Diese wurden schrittweise aufgekauft bzw. fusionierten nach und nach zu den wenigen Großbrauereien. Die kleineren Brauereien vor dem ökonomischen Konzentrationsprozeß wurden mit regional angebautem Hopfen aus den Vier- und Marschlanden versorgt. Diese ökonomisch und ökologisch sinnvolle Versorgungsbeziehung ist leider unter gegangen.

Vor diesem Hintergrund haben wir im Mai 2019 Hopfen-Setzlinge gekauft („Humulus Lupulus“). Zudem haben wir ein Rankgerüst selber gebaut. Nach rund vier Monaten, die weitestgehend pflegeleicht verliefen, aber regelmässiges wässern erforderten, werden wir im September mit formschönen, mittelgroßen Dolden belohnt. Herrlich!

Hopfen („Hops“) in Hamburg-Ochsenwerder

High Line Park, New York City

Zu den interessantesten und umfassendsten Maßnahmen der Stadtplanung zählen die sog. Konversionsprojekte.  Hierbei handelt es sich um Wiedernutzung oder Folgenutzung von Brachflächen. Wir widmen unsere Betrachtung der Wiedereingliederung solcher Brachflächen in den Naturkreislauf.

Ein besonders gelungenes Urban Gardening-Projekt findet sich in New York City: Der High Line Park im westlichen Manhattan. Eine vormals industrielogistisch genutzte Hochbahntrasse wurde zu einer Naherholungs-Parkanlage umgebaut.

Straßenansicht des High Line Parks in New York City

Ansicht eines Teils des High-Line-Parks in NYC, Blickrichtung süd-west

Die Hochbahntrasse wurde in den 1920er Jahren gewerblich genutzt. Aufgrund der zunehmenden Abwanderung der Industrieproduktion aus Manhattan heraus in das günstigere Umland verlor die aufgeständerte Bahntrasse ihren ursprünglichen Zweck. Der letzte Güterzug fuhr Anfang der 1980er Jahre. Mehrere Jahre befand sich die Konstruktion im „Dornröschenschlaf“. Rural- und Pioniervegetation nahmen die High Line für sich ein und die benachbarten Anwohner nahmen den Bereich mehr und mehr als Ruhepol im hektisch-lebendigen New York wahr.

Gegen Ende der 1990er Jahre rückte die Anlage mit den benachbarten und darunter befindlichen Grundstücken in den Fokus von Immobilien- und Grundstücksentwicklern.

Davon erhielten wiederum die Nachbarn Kenntnis und gründeten die „Friends of High Line“, eine Bürgerinitiative, die sich für den Erhalt des Status Quo einsetzte. Diese wurden von europäischen Vorbildern, zB die Petite Ceinture in Paris oder auch der Parkschneise am ehemaligen Bahnhof Olympiastadion in München inspiriert. Aus dem Ansatz, den Status Quo zu erhalten, wurde die Vision, eine öffentlich nutzbare Grünanlage zu schaffen.

Übersicht der Mitglieder der „Friends of High Line“

Der sich abzeichnende Konflikt zwischen den Interessengruppen (Bürgerinitiativen vs. Immobilienwirtschaft) wurde vom New Yorker Bürgermeister, Michael Bloomberg, entschärft. Die Bewohner des Viertels erhielten die High Line als Naherholungsgebiet, die Immobilienwirtschaft konnte brachliegende Grundstücke entwickeln. Zudem Übernahmen die Grundstücksentwickler 70% der Herstellungskosten der High Line und verpflichteten sich zur Übernahme der laufenden Bewirtschaftungskosten.

Der High Line-Park beeindruckt durch das geballte grün in einer Gegend, die sonst eher wenig Grünflächen zu bieten hat. An einigen Stellen werden sogar Banana-Trees kultiviert.

Geballtes grün mitten in NYC. Gut so.

Banana-Trees vor Hochhäusern

Das eigentlich spannende und kulturell bereichernde ist auch das Wechselspiel mit der Street-Art, die ihren Ursprung auch in diesen New Yorker Quartieren hat.

Street Art an der High Line

Die ca. 2,3 km lange High Line ist nicht unbedingt ein Geheimtipp, sollte aber mit auf die heiße Liste aller New York-BesucherInnen. Der Zugang ist kostenlos, nach Angaben des Betreiber-Vereins besuchen ca. 5 Millionen Leute das Kunstwerk.

Grundlagen der Gartengestaltung

Blütenmeer (überw. Rhododendren)

Blütenmeer (überw. Rhododendren)

In der nächsten Zeit werden wir in loser Abfolge die Grundlagen der Gartengestaltung für blühende Gärten veröffentlichen.

Im ersten Schritt werden wir auf die Planung eines blühenden Gartens eingehen. Hierbei werden wir mit der Bestandsaufnahme beginnen, die sich in folgende Unterpunkte gliedert:

a) Die Größe des Gartens
b) Klima und Himmelsrichtung
c) Die Beschaffenheit des Bodens
d) Vorhandene Gartenelemente
e) Die Aufbewahrung von Gartengeräten und Kompost

Bis demnächst!