Frühjahrsschnitt der Rosen

Der richtige Schnittzeitpunkt für Rosen hängt stark von der Witterung ab. Zu früh geschnittene Rosen treiben sehr rasch aus und bilden rötliche, zarte, noch sehr weiche Austriebe. Nachtfröste, die unregelmäßig auftreten, zerstören diese Triebe, was dann zu einer langfristig gesehenen Verzögerung der ersten Blüte führt und ein Nachschneiden erforderlich macht. Im ungünstigsten Fall, wenn die Rosen sehr stark zurückgeschnitten wurden, kann dies sogar zum Absterben der ganzen Pflanze führen.

Eine sehr gute alte Gärtnerregel sagt, Rosen schneidet am besten, wenn die Forsythien gerade anfangen zu blühen. Diese Weisheit hat sich, regional zwar sehr unterschiedlich, hervorragend bewährt.
So unterschiedlich die Wuchseigenschaften der einzelnen Rosenarten sind, so verschieden sind auch die Schnittmaßnahmen für diese Pflanzen. Gutes, scharfes Werkzeug wie spezielle Rosenscheren sind empfehlenswert. Ungeeignet sind sogenannte Ambossscheren. Sie sind zwar für viele Gartenarbeiten bestens geeignet, neigen aber dazu, das empfindliche Gewebe der Rosentriebe zu quetschen, was sofort Pilzerkrankungen nach sich zieht. An dieser Stelle sei auch gleich erwähnt, dass es beim Schneiden der Rosen besser ist, einen geraden als einen schrägen Schnitt anzubringen. Je kleiner die Schnittfläche ist, desto eher bildet sich hier der natürliche Wundverschluss. Der Schnitt sollte bei allen Rosen 10 bis 15 mm oberhalb des Auges liegen. Bei tieferen Schnitten läuft man Gefahr, dass der Trieb später ausbricht.

Edelrosen, Beetrosen, Polyantharosen, Floribundarosen

Für diese Rosenarten gelten weitgehend einheitliche Schnittmaßnahmen. Diese Pflanzen vertragen einen recht starken Rückschnitt, wobei die Vorjahrstriebe bis auf drei Augen zurückgenommen werden. Ein schwächerer Rückschnitt ist wenig sinnvoll, weil die Rose dann immer bestrebt ist, aus fast allen Augen auszutreiben. Das führt dann zu einer großen Menge schwach wachsender Triebe mit kleineren Blüten, die wenig gemeinsam mit der ursprünglichen Sorte haben. Beim Schneiden sollte man unbedingt das sogenannte Totholz und alte Triebe ohne Augen gleich mitentfernen.

Zwergrosen

Die kleinste unter den vielen Wuchsformen verträgt auch einen recht starken Rückschnitt im Frühjahr. Ein Schnitt nach Augen ist hier allerdings sehr mühsam, weil die Pflanzen so zierlich sind. Man macht daher nicht viel falsch, wenn man die Triebe der Zwergrosen bis auf eine Höhe von etwa 10 cm herunternimmt. Wurde diese Rosenart als Vorpflanzung zu anderen Rosenarten in einer Beetanlage verwendet, empfiehlt sich ein stufiger Rückschnitt.

Hochstammrosen

Diese Stämmchen sind mit Rosenarten veredelt, wie sie zuvor gerade beschrieben wurden. Die Schnittmaßnahmen sind daher auch auf diese Weise auszuführen. Für den Erhalt und den Aufbau einer schönen, gleichmäßigen Krone sollte man darauf achten, dass das letzte Auge nach dem Schnitt nach außen weist.

Trauerstammrosen

Erst wenn die Triebe wie eine Kaskade herunterhängen und blühen, erkennt man die Pracht dieser herrlichen Rose. Aus diesem Grund schneidet man hier lediglich die Triebspitzen zurück und entfernt abgestorbene Pflanzenpartien. Ein Regulierungsschnitt, den man alle paar Jahre einmal durchführen sollte, begünstigt die Wuchsform dieser Rosen.

Strauchrosen

Strauchrosen erfordern einen schwächeren Rückschnitt, bei dem mehrere Augen an den Trieben verbleiben. Beim Schneiden sollte man Wert auf die Formgebung der Pflanze legen. Günstig wirkt sich zum Beispiel ein leicht pyramidaler Aufbau der Pflanze aus. Hierbei werden die äußeren Triebe stärker als die Mitte zurückgeschnitten. Bei älteren Pflanzen sollten Triebe, die älter als fünf bis sechs Jahre sind, direkt über dem Boden entfernt werden. Die Pflanze regeneriert sich dadurch sehr schön und bekommt einen gleichmäßigen Aufbau.

Bodendeckerrosen

Kaum eine Rose ist leichter zu pflegen als die Bodendeckerrose. Zwar unterscheidet man bei dieser Rose mehrere verschiedene Wuchsformen, allerdings macht man bei notwendigen Schnittmaßnahmen keinerlei Unterschiede. Ohne Rücksicht auf die Lage der Augen kann man Bodendeckerrosen auf eine einheitliche Höhe mithilfe einer Heckenschere zurückschneiden. Die Pflanzen treiben danach bereitwillig aus und blühen reichlich.

Kletterrosen

Der Frühjahrsschnitt bei Kletterrosen beschränkt sich in der Regel auf die Triebspitzen, die durch Kälteeinwirkung im Winter beschädigt wurden. Bei sehr alten Pflanzen ist es manchmal gut, sehr alte Haupttriebe zu entfernen. Das ist meistens nicht ganz einfach, weil die Kletterrose aus einem Geflecht von unterschiedlich starken und langen Trieben besteht. Um der Pflanze möglichst wenig zu schaden, schneidet man die Astpartien portionsweise heraus.

Sind diese ganz alten Pflanzenteile erst einmal entfernt, treibt die Kletterrose bereitwillig wieder neu von unten aus und regeneriert sich auf diese Weise von allein. So beugt man der sogenannten Vergreisung sehr gut vor.

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