High Line Park, New York City

Zu den interessantesten und umfassendsten Maßnahmen der Stadtplanung zählen die sog. Konversionsprojekte.  Hierbei handelt es sich um Wiedernutzung oder Folgenutzung von Brachflächen. Wir widmen unsere Betrachtung der Wiedereingliederung solcher Brachflächen in den Naturkreislauf.

Ein besonders gelungenes Urban Gardening-Projekt findet sich in New York City: Der High Line Park im westlichen Manhattan. Eine vormals industrielogistisch genutzte Hochbahntrasse wurde zu einer Naherholungs-Parkanlage umgebaut.

Straßenansicht des High Line Parks in New York City

Ansicht eines Teils des High-Line-Parks in NYC, Blickrichtung süd-west

Die Hochbahntrasse wurde in den 1920er Jahren gewerblich genutzt. Aufgrund der zunehmenden Abwanderung der Industrieproduktion aus Manhattan heraus in das günstigere Umland verlor die aufgeständerte Bahntrasse ihren ursprünglichen Zweck. Der letzte Güterzug fuhr Anfang der 1980er Jahre. Mehrere Jahre befand sich die Konstruktion im „Dornröschenschlaf“. Rural- und Pioniervegetation nahmen die High Line für sich ein und die benachbarten Anwohner nahmen den Bereich mehr und mehr als Ruhepol im hektisch-lebendigen New York wahr.

Gegen Ende der 1990er Jahre rückte die Anlage mit den benachbarten und darunter befindlichen Grundstücken in den Fokus von Immobilien- und Grundstücksentwicklern.

Davon erhielten wiederum die Nachbarn Kenntnis und gründeten die „Friends of High Line“, eine Bürgerinitiative, die sich für den Erhalt des Status Quo einsetzte. Diese wurden von europäischen Vorbildern, zB die Petite Ceinture in Paris oder auch der Parkschneise am ehemaligen Bahnhof Olympiastadion in München inspiriert. Aus dem Ansatz, den Status Quo zu erhalten, wurde die Vision, eine öffentlich nutzbare Grünanlage zu schaffen.

Übersicht der Mitglieder der „Friends of High Line“

Der sich abzeichnende Konflikt zwischen den Interessengruppen (Bürgerinitiativen vs. Immobilienwirtschaft) wurde vom New Yorker Bürgermeister, Michael Bloomberg, entschärft. Die Bewohner des Viertels erhielten die High Line als Naherholungsgebiet, die Immobilienwirtschaft konnte brachliegende Grundstücke entwickeln. Zudem Übernahmen die Grundstücksentwickler 70% der Herstellungskosten der High Line und verpflichteten sich zur Übernahme der laufenden Bewirtschaftungskosten.

Der High Line-Park beeindruckt durch das geballte grün in einer Gegend, die sonst eher wenig Grünflächen zu bieten hat. An einigen Stellen werden sogar Banana-Trees kultiviert.

Geballtes grün mitten in NYC. Gut so.

Banana-Trees vor Hochhäusern

Das eigentlich spannende und kulturell bereichernde ist auch das Wechselspiel mit der Street-Art, die ihren Ursprung auch in diesen New Yorker Quartieren hat.

Street Art an der High Line

Die ca. 2,3 km lange High Line ist nicht unbedingt ein Geheimtipp, sollte aber mit auf die heiße Liste aller New York-BesucherInnen. Der Zugang ist kostenlos, nach Angaben des Betreiber-Vereins besuchen ca. 5 Millionen Leute das Kunstwerk.

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