Grundlagen der Gartengestaltung

Blütenmeer (überw. Rhododendren)

Blütenmeer (überw. Rhododendren)

In der nächsten Zeit werden wir in loser Abfolge die Grundlagen der Gartengestaltung für blühende Gärten veröffentlichen.

Im ersten Schritt werden wir auf die Planung eines blühenden Gartens eingehen. Hierbei werden wir mit der Bestandsaufnahme beginnen, die sich in folgende Unterpunkte gliedert:

a) Die Größe des Gartens
b) Klima und Himmelsrichtung
c) Die Beschaffenheit des Bodens
d) Vorhandene Gartenelemente
e) Die Aufbewahrung von Gartengeräten und Kompost

Bis demnächst!

Gärtnerische Gestaltung einer archäologischen Fundstätte in Borgstedt

Die Situation

Im Rahmen der Errichtung des Dorfgemeinschaftshauses in der Gemeinde Borgstedt im Kreis Rendsburg-Eckernförde wurde ein steinzeitliches Megalithgrab entdeckt. Continue reading “Gärtnerische Gestaltung einer archäologischen Fundstätte in Borgstedt” »

„Grün“ als Maßeinheit für Lebensqualität

Der Präsident des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL), August Förster, zog für das Wirtschaftsjahr 2012 eine sehr positive Bilanz. Er stellte heraus, das „Grün inzwischen zur Maßeinheit für Lebensqualität“ geworden sei. Für eine zunehmende Anzahl von Menschen sei das Leben erst mit eigenem Garten oder einer attraktiven begrünten Umgebung zum Wohnen und Arbeiten eine abgerundete Sache.

Das zunehmende „Grünbewusstsein“ fördert die Nachfrage nach Dienstleistungen rund ums Bauen mit Grün. Seit 2005 steigert die GaLaBau-Branche Ihren jährlichen Gesamtumsatz von seinerzeit 4,24 Milliarden Euro auf nunmehr 6,09 Milliarden in 2012. Dies entspricht einer Umsatzmehrung von 500 Millionen (9,0 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr.

Urban Gardening im Hamburger Suttnerpark

Am heutigen Sonntag, 15.07.2012, fanden wir ein höchst interessantes Urban-Gardening-Projekt in Hamburg-Altona. Der „Beet-Club“  hat an der Ecke Holstenplatz / Suttnerstraße im Suttnerpark Wurzeln geschlagen.

Revier markiert: Beet-Club – mitten in Altona!

Revier markiert: Beet-Club!

Hervorgegangen ist der Beet-Club aus einer Initiative, in der die Anwohner des Parks gegen die ursprünglich geplante Vattenfall-Moorburg-Trasse ein Zeichen setzen wollten. Um die Abholzung des Parks zu verhindern, wollte man mittels des Beet-Projekts die Bedeutung des Grünen für moderne urbane Lebensformen aufzeigen. Die geplante Trasse hat sich mittlerweile -Gott sei Dank!- erledigt, doch die Stadtgärtner gärtnern weiter.

Mit Erfolg, so unser Eindruck. Die Kombination aus Kartoffeln und Tomaten in einem Hochbeet ist gewagt, jedoch scheinen alle Pflanzen „gut im Saft“ zu sein.

Die Initiative ist für Alle offen: Wer Lust und Zeit hat, kann sich gern kreativ und konstruktiv einbringen. So hat die urbane Nahrungsmittelproduktion den positiven Nebeneffekt, dass die Anwohner sich mit ihrem „Kiez“ identifizieren und besser kennenlernen. In der MOPO wurde die Anekdote berichtet, dass sogar die eher trinkfreudigen „Stammgäste“ des Parks tatkräftig mit zupacken.

Ein lohnender Besuch, superfreundliche Leute. Jeden Dienstag, um 20.00h, trifft man sich zum Gärtnern. Alle, außer Vattenfall, sind willkommen!

Wir wünschen noch viele gute Ernten!

Grundlagen des Erdbeer-Anbaus


Erdbeeren!

Zur Geschichte der Erdbeere

Die Garten-Erdbeeren unserer Tage sind um 1750 aus Kreuzungen der nordamerikanischen Scharlach-Erdbeere mit der sog. Chile-Erdbeere entstanden. Nach einer raschen Verbreitung über ganz Europa entstand die Bezeichnung „Ananas-Erdbeere“ (Fragaria Ananassa). Sie wurde die Urmutter unserer heutigen Garten-Erdbeeren.

Aus botanischer Sicht gehört die Erdbeere (Fragaria), wie auch Apfel, Quitte oder Kirsche , zur Familie der Rosengewächse. Die gesamte Pflanzenfamilie zeichnet sich durch ihre vergleichsweise einfach strukturierten Blüten mit fünf Blütenblättern aus.

Trotz Ähnlichkeit der Blüten unterscheiden sich die Rosengewächse durch Unterschiedlichkeit in der Frucht: Die Erdbeere, als sog. Sammelnussfrucht, trägt ihre Samen als kleine Nüsschen auf der dünnen Schale des Fruchtkörpers.

Standortwahl für Erdbeerpflanzen

Der Standort sollte vollsonnig und windgeschützt, aber nicht windstill sein, um eine Abtrocknung des Blattwerks nach Regenfällen zu bieten. Der Boden sollte locker und humusreich sein.

Auf schweren, staunassen Böden bekommen Erdbeeren leicht Wurzelkrankheiten. Deshalb sollte man die Böden entweder durch entsprechende Bodenbearbeitung oder mithilfe einer Gründüngung lockern, oder die Erdbeeren auf schmalen, rund 20 Zentimeter hohen Dämmen aus lockerem Sand-Humus-Gemisch anbauen.

Den größten Ertrag liefern Erdbeeren im zweiten und dritten Jahr nach der Pflanzung. Danach sollten Sie das Beet wechseln und neue Jungpflanzen oder eigene Ableger setzen.

Bodenvorbereitung beim Erdbeer-Anbau

Die richtige Bodenvorbereitung ist die Grundlage für eine gute Ernte: Graben Sie den Boden mit einer Grabegabel tief um und arbeiten Sie anschließend mit einem Grubber pro Quadratmeter vier bis fünf Liter reifen Kompost und etwas Hornmehl flach ein. Gute Vorkulturen für das Erdbeerbeet sind Gemüsearten aus der Familie der Schmetterlingsblütler wie Erbsen und Bohnen oder eine entsprechende Gründüngung, zum Beispiel Lupinen oder Inkarnatklee.

Achten Sie darauf, dass am vorgesehenen Standort mindestens vier Jahre lang keine Erdbeeren gestanden haben, um Bodenschädlingen wie beispielsweise Nematoden vorzubeugen.

Grundsätzliches über Stauden

Die Natur zeigt ihre Herrlichkeit jeden Tag, das ganze Jahr über. Deshalb sollte es möglich sein, dass auch ein Garten zwölf Monate lang seine Schönheit offenbart. Diejenigen allerdings, für die Schönheit sich ausschließlich in kräftigen Farben äußert, müssen lernen Pflanzen, Formen und die zu Grunde liegenden Strukturen mit neuen zu Augen sehen.

Wenn Sie Stängel, Blätter und Fruchtstände in ihrer Linienführung und Gestalt sowie in ihren Brauntönen und neutralen Farben schätzen gelernt haben, erkennen Sie auch besser die Möglichkeiten, wie man den Traum eines jeden Gärtners verwirklichen kann: ein Garten, der das ganze Jahr über interessant wirkt. Um dies auf befriedigende Art und Weise zu bewerkstelligen, muss man die Abläufe und Rhythmen der Natur kennen und verstehen, wie die unterschiedlichen Pflanzenarten in ihren verschiedenen Lebensräumen davon betroffen sind.

Die Zyklen der Natur sind anerkanntermaßen von grundlegender Bedeutung für den Gartenplaner. Es wurde bereits beschrieben, wie schattenverträgliche Waldpflanzen dazu neigen früh zu blühen, ihnen dann die Arten folgen, die am Waldrand siedeln und dass erst gegen Ende des Sommers die großwüchsigen, die Sonne liebenden Pflanzen in Erscheinung treten. Es ist auch wichtig, daran zu denken, dass Pflanzen unter ungünstigen Standortbedingungen, ebenfalls dazu neigen, früh zu blühen: Zum Beispiel kann zu wenig Licht in einem Wald für eine Pflanze Stress bedeuten. Pflanzen aus trockenen Lebensräumen müssen früh im Jahr blühen, aussamen und wachsen, solange die Erde noch feucht vom winterlichen Regen oder von der Schneeschmelze ist. Bevor die Sommerhitze einsetzt, treten sie in eine Ruhephase ein. Aus diesem Grund blühen Pflanzen in Regionen, in denen häufig Dürre herrscht, vor allem im Frühjahr oder im Frühsommer.

Viele Zwiebelgewächse kommen ursprünglich aus solchen Gegenden. Pflanzen, deren Lebensraum stressfrei ist und sich durch nährstoffreiche, fruchtbare Böden und viel Wasser auszeichnet, brauchen nicht um die nötige Ellbogenfreiheit zu kämpfen — sie können mit dem Blühen warten. Deshalb blühen Pflanzen aus Feuchtgebieten meist später. Viele der schönsten Gewächse für ein spätes Staudenbeet haben Vorfahren in den feuchten Gebieten der amerikanischen Prärielandschaft, wo die Böden fruchtbar sind und es selten zu längeren Trockenperioden kommt.Soll ein Garten zu jeder Jahreszeit interessant wirken, sind zwei Dinge zu berücksichtigen: Erstens muss man die wirklich beeindruckenden Ereignisse einer Jahreszeit besonders hervorheben wie etwa das Spiel der Herbstfarben. Zweitens muss man sich um Kontinuität bemühen, indem man sich subtiler, länger anhaltender Elemente bedient wie zum Beispiel das Blattwerk. Auffallendes Laub oder Blätter, die einfach etwas anders aussehen wie die geraden Blattlanzen der Iris oder die Halme von Gräsern, bieten sich geradezu dazu an, die unterschiedlichen Jahreszeiten miteinander zu verbinden. Auch die Wuchsform ist für die Kontinuität sehr wichtig, obwohl gerade die Gestalt der Stauden einem ständigen Wandel unterliegt, so dass hier Kontinuität mit Entwicklung einher gehen. Sträucher und Gehölze, insbesondere streng geschnittene immergrüne Pflanzen, werden traditionell als Elemente der Kontinuität eingesetzt. Sie lassen jedoch, wenn man sich zu sehr auf sie ver-lässt, den Garten langweilig wirken. Die holzige massige Gestalt eines Strauches ist immer präsent, ob mit oder ohne Blattwerk, und wenn Sträucher auf Grund ihrer Masse wertvoll für den Gärtner sind, muss man sich zugleich fragen, wie viele Gärten tatsächlich Platz für derartige Ausmaße haben. Bambus stellt eine gute Alternative dar, um Kontinuität zu gewährleisten: Er ist immergrün, hat einen eleganten Wuchs, er strebt eher in die Höhe und nimmt nicht so viel Raum ein. Die meisten Bambusse verbreiten sich allerdings mit Ausläufern. Eine 20 bis 30 cm tief in den Boden eingesenkte Barriere hält ihren Ausbreitungsdrang in Grenzen.

Besondere Beachtung verdienen die Stauden, die schon relativ früh erscheinen und dann sehr lange ihr auffälliges Erscheinungsbild bewahren. Eine dieser Stauden ist Veronicastrum virginicum mit ihren zarten senkrechten, biegsamen Blütenständen, die vom Früh- bis in den Hochsommer hinein aufblühen. Ihre skulpturale Schönheit bewahrt die Pflanze bis weit in den Winter hinein. Die Indianernesseln sind später dran, aber nachdem die farbenprächtigen Blüten verwelkt sind, behalten sie ihre ziemlich kompakten, quirligen Samenstände auf den aufrecht stehenden Stängeln bis in den Winter. Einige Stauden zeigen monatelang vor ihrer eigentlichen Blüte eine ausgeprägte Gestalt, wie zum Beispiel die Kratzdisteln mit ihren dichten Rosetten von gezähnten Blättern. Diese Pflanzen mit ihrer markanten Gestalt eignen sich besonders gut für die Verlängerung einer Jahreszeit. Im Gegensatz dazu hat der Storchschnabel nichts Langlebiges, er blüht im Frühsommer herrlich und ist danach nur noch eine wuchernde Masse grüner Triebe. Allerdings blühen einige Geranium-Arten im Spätsommer noch einmal.

Jeder Garten ist anders, auch wenn in einigen Regionen bestimmte Pflanzen nach der Blüte, vor allem im Herbst, wenn es feucht ist, dazu neigen umzuknicken. Stark nährstoffhaltige Böden führen bei einigen Pflanzen zu einer Schwächung des Gesamtaufbaus. Wenn man Pflanzen so dicht zusammenstellt, dass sie sich gegenseitig Halt geben, lässt sich dem Umknicken vorbeugen — so werden die zuvor erwähnten Storchschnäbel in ihrem natürlichen Umfeld durch Gräser gestützt.
Selbstverständlich sind Gräser wesentliche Elemente für den Bestand eines Gartens. Die Farben der immergrünen Grasarten unterscheiden sich häufig stark von dem der traditionell verwendeten immergrünen Gehölze. Gleichzeitig sind die höheren Arten Gewächse, die sich im Laufe eines halben Jahres nur langsam verändern und außerdem unwirtlichem Wetter besser standhalten als die meisten blühenden Stauden.

Es gibt allerdings Erscheinungen, die jeder Jahreszeit ein besonderes Gepräge verleihen und die deshalb für den Gärtner interessant sind. Wir alle kennen diese Bilder: die Zwiebelblumen im Frühling, die das frische, junge Wachstum anzeigen, die kräftigen Blütenfarben im Sommer sowie Samen, Früchte und Rottöne in allen Schattierungen im Herbst. Dieses Kapitel widmet sich unter dem Aspekt, Natur und Garten miteinander zu verbinden, vor allem diesen besonderen Ereignissen — jedes einzelne ein Merkmal seiner Jahreszeit.

Fragen und Antworten zur Aussaat

Viele Gemüse- und Balkonblumen-Sorten muss man selbst aussäen, da sie als Jungpflanzen im Handel kaum erhältlich sind. Hier geben wir Antworten auf die zehn wichtigsten Fragen zur Aussaat.

1. Ab wann kann ich Gemüse und Blumen aussäen?

Wenn Sie zu früh mit der Aussaat beginnen, ist das Verhältnis von Temperatur und Lichtstärke für die jungen Sämlinge sehr ungünstig. Häufig steht die Saatkiste auf einer Fensterbank und wird von der Heizung erwärmt, die Sonne hat aber noch nicht genügend Kraft, um die Pflanzen ausreichend mit Licht zu versorgen. Die Sämlinge bilden daraufhin lange dünne Stängel mit kleinen, fahlgrünen Blättchen. Im Gärtnerjargon wird das Phänomen auch Vergeilung genannt. Faustregel: Im Haus nicht vor dem ersten März mit der Aussaat beginnen. Im Gewächshaus und Frühbeet können Sie Blumen und Gemüse etwas früher aussäen, weil die Pflanzen besser belichtet werden und sich das Verhältnis von Licht und Temperatur leichter steuern lässt. Im Haus gelingt eine frühere Aussaat nur bei zusätzlicher Belichtung mit einer Pflanzenleuchte. Bei der Direktsaat von Blumen und Gemüse im Beet hängt der Aussaattermin von der Winterhärte der jeweiligen Pflanzen ab. Die Aussaat von Bohnen sollten Sie so planen, dass die Pflanzen nicht vor den Eisheiligen keimen, Möhren hingegen können Sie schon im März aussäen.

2. Brauche ich spezielle Aussaat-Erde?

Sie sollten zur Aussaat von Blumen und Gemüse auf jeden Fall richtige Aussaat-Erde verwenden. Sie enthält im Gegensatz zu herkömmlicher Pflanzerde kaum Nährstoffe, damit die Sämlinge nicht gleich überfüttert werden, sondern zur Nährstoffversorgung kräftige Wurzeln ausbilden müssen. Gute Aussaat-Erde wird bei der Herstellung mit heißem Wasserdampf sterilisiert, um Pilzsporen und andere Krankheitserreger abzutöten. Tipp: Füllen Sie Ihre Aussaat-Gefäße zur Hälfte mit herkömmlicher Pflanzerde und verteilen Sie darauf eine gleich starke Schicht Aussaat-Erde. So bilden die Sämlinge zunächst viele Wurzeln und wachsen anschließend in die nährstoffreichere Erdschicht hinein.

3. Ist das Vorziehen von Gemüse und Sommerblumen sinnvoll?

Das hängt davon ab, um welche Pflanzen es sich handelt. Wärmebedürftige Gemüsearten wie Tomaten, Auberginen und Gurken sollten Sie immer vorziehen, weil die Vegetationsperiode im Freiland sonst kaum ausreicht, um reiche Ernten einzufahren. Kohlarten ziehen Sie am besten im Gewächshaus oder Frühbeetkasten vor; sie brauchen sonst ebenfalls sehr lange bis zur Erntereife. Auch klassische Balkonblumen wie Petunien oder Fleißiges Lieschen müssen unter Glas ausgesät werden, damit sie zum Start der Terrassensaison im Mai kräftig genug sind und die Blüte nicht zu spät einsetzt. Einjährige Kletterpflanzen wie Duft-Wicke (Lathyrus) oder Prunkwinde (Ipomoea) bieten schnelleren Sichtschutz, wenn sie frühzeitig ausgesät werden. Bei den meisten Gemüsearten und Sommerblumen ist die Direkt-Aussaat ins Beet allerdings die einfachere und bessere Methode.

4. Soll ich in Anzucht-Schalen aussäen oder in einzelne Töpfe?

Wenn das Saatgut – beispielsweise bei Tomaten – relativ grobkörnig ist und zuverlässig keimt, spricht nichts gegen eine Aussaat von jeweils zwei bis vier Samen in kleine Blumentöpfe. Vorteil: Sie können die Sämlinge später einfach vereinzeln und sparen sich das aufwändigere Pikieren. Feines Saatgut hingegen säen Sie besser in Schalen aus, denn dann können Sie sich aus einer Vielzahl von Sämlingen die kräftigsten aussuchen. Ein guter Kompromiss ist die im professionellen Gartenbau übliche Aussaat in Multitopf- oder Quickpotplatten: Die jungen Sämlinge werden nach dem Keimen mit kleinen Erdballen in größere Töpfe umgepflanzt und wachsen ohne Unterbrechung weiter, weil die Wurzeln dabei kaum beschädigt werden.

5. Wie erreiche ich, dass sich feines Saatgut besser verteilt?

In der Praxis erweist sich die gleichmäßige Aussaat von feinem Saatgut oft als schwierig. In diesem Fall hilft folgender Trick: Mischen Sie das Saatgut einfach mit möglichst feinem, trockenem Quarzsand und streuen Sie das Sand-Samen-Gemisch anschließend auf dem Saatbett aus. Bei flächiger Aussaat können Sie die Samen auch einfach in ein Küchen- oder Teesieb mit passender Maschengröße füllen und anschließend wie Puderzucker auf einem Kuchen ausstreuen.

6. Ist eine Abdeckung der Aussaat-Behälter zu empfehlen?

Damit die ausgesäten Samen keimen können, benötigen sie Wärme und eine möglichst hohe Luftfeuchtigkeit. Vor allem bei der Aussaat auf der Fensterbank ist wegen der trockenen Zimmerluft eine Abdeckung sehr wichtig. Verwenden Sie am besten spezielle Anzuchtkisten mit transparenten Kunststoffhauben und decken Sie einzelne Töpfe mit umgedrehten Einmachgläsern oder Frischhaltefolie ab. Vergessen Sie aber nicht, die Abdeckungen täglich für ein paar Minuten zu öffnen, damit ein Luftaustausch stattfinden kann und sich keine Pilzkrankheiten ausbreiten.

7. Wie muss ich Licht- und Dunkelkeimer aussäen?

Für die meisten Pflanzenarten spielt es keine Rolle, ob sie bei der Aussaat stärker oder weniger stark mit Erde bedeckt werden. Einige Pflanzen haben aber besondere Ansprüche: Lichtkeimer wie zum Beispiel Dill, Kresse, Sellerie, Fingerhut und Löwenmäulchen benötigen, wie der Name schon sagt, eine gewisse Lichtmenge, damit der Keim-Impuls im Samenkorn ausgelöst wird. Oft sind die Samen sehr klein und die Keimlinge deshalb kaum im der Lage, stärkere Erdschichten zu durchdringen. Die Samen der Lichtkeimer werden auf die Aussaaterde gestreut, mit einem flachen Holzbrett leicht in das Saatbett gedrückt und anschließend mit einer dünnen Schicht Sand übersiebt. Zum Anfeuchten verwenden Sie am besten eine Sprühflasche oder eine Gießkanne mit feiner Brause, damit die Samenkörner nicht wegschwimmen.

Dunkelkeimer wie Kürbis, Zuckermais, Lupinen, Stiefmütterchen und Stockrosen brauchen zur Keimung Dunkelheit und müssen deshalb mit einer ausreichend starken Erdschicht bedeckt sein. Zudem erzielen Sie bei einigen Arten eine höhere Keimquote, wenn Sie die Aussaat-Kisten bis zur Keimung in einem abgedunkelten Raum lagern oder das Gemüsebeet mit schwarzer Folie abdecken.

Wenn Sie die Keimbedingungen einer Pflanze nicht kennen, liegen Sie mit folgender Faustregel zu 99 Prozent richtig: Bedecken Sie alle Samen mit einer Sand- oder Erdschicht, die bei staubfeinem Saatgut höchstens dem einfachen bis doppelten und bei größeren Samenkörnern dem dreifachen bis vierfachen Korndurchmesser entspricht.

8. Warum keimen meine Staudensamen nicht?

Bei fast allen Stauden und Gehölzen aus winterkalten Regionen handelt es sich um sogenannte Frostkeimer. Botanisch korrekt ist die Bezeichnung Kaltkeimer, denn die Samen benötigen zum Keimen nicht unbedingt Frost, sondern lediglich einen längeren Zeitraum mit niedrigen Temperaturen. Diese natürliche Keimhemmung schützt die Samen davor, schon vor Ende des Winters zu keimen. Verhindert wird das Auflaufen der Frostkeimer von einem speziellen Pflanzenhormon, das durch die niedrigen Temperaturen langsam abgebaut wird. Aus diesem Grund keimen die meisten Staudensamen nur spärlich, wenn Sie sie im Vorjahr geerntet und bis zur Aussaat im warmen Heizungskeller aufbewahrt haben. Die Keimhemmung kann je nach Pflanzenart sehr hartnäckig sein – die Samen von Eibe und Zaubernuss beispielsweise keimen unter natürlichen Bedingungen oft erst nach drei bis vier Jahren. Um die Keimhemmung zu brechen, wird im professionellen ein Verfahren angewendet, das sich Stratifikation nennt: Man mischt die Samen mit feuchtem Sand und lagert das Gemisch bei Temperaturen um fünf Grad Celsius für mehrere Wochen oder Monate im Kühlhaus, bevor die Samen dann im Frühjahr ausgesät werden. Mithilfe eines Kühlschranks können auch Hobbygärtner die Samen von Kaltkeimern in Gefrierbeuteln mit feuchtem Sand stratifizieren. Vor dem Stratifizieren können Sie hartschalige Samen zusätzlich mit Schmirgelpapier behandeln, um die Quellung zu erleichtern.

9. Wie erkenne ich den richtigen Zeitpunkt zum Pikieren?

Der Zeitpunkt zum Pikieren ist gekommen, wenn sich die Keimblätter und die ersten richtigen Blätter entfaltet haben. Bei Pflanzen ohne spezielle Keimblätter warten Sie so lange, bis sich das vierte Laubblatt zu sehen ist. Grundsätzlich gilt: Je früher Sie die Sämlinge pikieren, desto kleiner ist die Wachstumsunterbrechung, weil kleinere Pflanzen schneller und zuverlässiger anwachsen als größere. Außerdem machen sich die Sämlinge in Aussaat-Schalen schnell gegenseitig das Licht streitig, wenn Sie mit dem Pikieren zu lange warten.

10. Wann können die vorgezogenen Pflanzen nach draußen?

Der optimale Zeitraum für das Auspflanzen der eigenen Anzucht hängt vor allem vom Witterungsverlauf ab, da fast alle Gemüse- und Balkonblumenarten frostempfindlich sind. Zur Sicherheit sollten Sie die Eisheiligen (etwa Mitte Mai) abwarten, bis Sie Ihre Jungpflanzen ins Gartenbeet oder in den Balkonkasten setzen. Selbst ausgesäte winterharte Pflanzen können Sie hingegen gleich im Frühjahr in den Garten umsiedeln. Wichtig: Pflanzen, die zuvor im Gewächshaus oder auf der Fensterbank gestanden haben, vertragen weder starke Sonneneinstrahlung noch niedrige Temperaturen. Um Blattverbrennungen oder Temperaturschocks zu vermeiden, sollten Sie die Jungpflanzen daher mit temperiertem Wasser angießen und in den ersten Tagen nach dem Auspflanzen mit einem Schattiernetz abdecken. Kübelpflanzen und frisch bepflanzte Balkonkästen sollten für die ersten paar Tage an der frischen Luft möglichst schattig stehen.

Gräser pflanzen und teilen

Viele Gräser-Arten wie Lampenputzergras, Blauschwingel, Bärenfellgras und Blaustrahlhafer wachsen schnell und werden bald zu groß. Doch damit die Gräser ihre volle Schönheit entfalten können, ist ausreichend Platz wichtig. Deshalb sollten Sie die zu groß gewordenen Gräser-Horste ausgraben und mit dem Spaten in Stücke teilen – jetzt im Frühjahr ist die ideale Zeit dafür. Die kleinen Büschel werden anschließend neu gepflanzt. Selbstverständlich tut auch alten, verkahlten und verfilzten Gräser-Horsten eine Teilung gut.