Urban Gardening in Hamburg-Altona: Das Projekt KEBAP

Das Projekt KEBAP

Am 22.09.2012 haben wir die Projektgruppe KEBAP besucht. Anlass war die öffentliche Filmvorführung „Die Energierebellen“. Continue reading “Urban Gardening in Hamburg-Altona: Das Projekt KEBAP” »

Urban Gardening – Blumen und Gemüse?

Urban Gardening – Blumen, Gemüse – wo fängt es an, wo hört es auf?

In den letzten Wochen haben wir vermehrt über Urban Gardening Projekte in Hamburg berichtet. Hierbei sind wir z.B. beim Gartendeck St. Pauli auf eine Kooperative gestoßen, die das Potenzial einer richtigen Produktionsgärtnerei aufweist. Dort werden Kohlrabi, Kartoffeln, Gurken, Zucchini etc. richtig ergebnisorientiert angebaut. Der Gedanke, regionalisierte Nahrungsmittelversorgung „in der Stadt“ zu betreiben, scheint hier wirklich verfolgt zu werden. Bei anderen Projekten, z.B. im Hamburger Gängeviertel, scheint man sich eher dem Trend des Stadtgätnerns anzuschließen. Jedoch scheint dies hier auf den Anbau von einigen Geranien und Tulpen begrenzt zu sein.

Mikro-Urban-Gardening

In letzter Zeit stießen wir dann, z. B. auf dem Arbeitsweg, auf Kleinstprojekte. In der Hamburger Neustadt beispielsweise, Rehhoffstraße / Ecke Herrengraben, wird auf minimalstem Raum gegärtnert. Auf der „Fläche“ einer Verkehrsberuhigungskonstruktion sind an einem Holzkonstrukt Balkonkästen angebracht. Dort sind hauptsächlich Blumen wie Fuchsien und Geranien vorzufinden, aber auch Kresse wird hier gezüchtet.  Auf der gegenüberliegenden Rabatte im öffentlichen Raum wird ebenfalls sichtbar gegärtnert, allerdings ist der Platz hier vermutlich zu verschattet, um Blumen o.ä. zu ziehen. Urban Gardening – schwierig zu definieren!

Guerilla-Gardening

Beim brandaktuellen Thema Guerilla-Gardening, dass definitiv dem Themenkreis Urban-Gardening hinzuzurechnen ist, handelt es sich nach unserer Recherche eher um wildes Gärtnern, z. B. mit Seed-Bombs. Inwieweit man hier von zielgerichtetem Gärtnern ausgehen kann, ist fraglich, in jedem Fall handelt es sich aber um einen alternativen Ansatz zur Stadtbegrünung. Inwieweit sich Guerilla-Gardening vom Mikro-Urban-Gardening unterscheidet, konnten wir noch nicht genauer diskutieren. Jedoch handelt es sich unserer Meinung nach um ein interessantes Thema. Wir halten Euch auf dem Laufenden und sind für kreative Anregungen jederzeit dankbar!

Urban Gardening im Hamburger Karoviertel

Ein weiteres Urban Gardening Projekt haben wir im Hamburger Karoviertel gefunden. Zwischen Heiligengeistfeld und Fleischgroßmarkt, in einem sehr urbanen Teil der Freien und Hansestadt Hamburg hat sich ein Gartenkollektiv etabliert.

In ausrangierten Holzkisten und überwiegend selbst konstruierten Hochbeeten züchten die Mitglieder des Kollektivs sowohl Kräuter als auch Blumen und Gemüse.

Zu den angebauten Kräuterarten zählen Petersilie, Thymian und Oregano. Die Tauglichkeit des Oreganos zur Aufzucht in Hamburger Breitengraden gilt es zu beweisen. Die angezüchtete Petersilie war zum Zeitpunkt unseres Besuchs gut im Saft.

Auf dem obigen Bild ist der Anbau von Kohlrabi und Salat in einem selbst konstruierten Hochbeet zu erkennen. Im Gespräch mit den aktiven Gärtnern erfuhren wir, dass die Versorgung mit Wasser nicht unproblematisch ist. Aufgrund des nur geduldeten Zustands in einer öffentlichen Grünfläche ist kein eigener Wasseranschluss vorhanden. Das Wasser wird von den Mitgliedern des Kollektivs mitgebracht und in einem Vorratsbehälter gespeichert. Es kommt auch zu Spenden von umliegenden Gastronomiebetrieben und Einzelhändlern.

Ziel des Kollektivs ist es, neben der nachhaltigen, lokalen Produktion von Lebensmitteln zum Zweck der Selbstversorgung, neue Wege urbanen Lebens aufzuzeigen. Im Gespräch mit den Gärtnern hoben diese die kooperative Grundhaltung der Stadt Hamburg, bzw. des zuständigen Bezirksamts, im Hinblick auf die lediglich geduldete Situation in einer öffentlichen Grünfläche hervor.

Beispielgebend scheint das reibungslose Zusammenwirken der Hobbygärtner untereinander zu sein. Verglichen mit der überregulierten „Vereinsmeierei“ etablierter Kleingartenvereine scheint das Miteinander hier geradezu harmonisch zu sein.

Fragen und Antworten zur Aussaat

Viele Gemüse- und Balkonblumen-Sorten muss man selbst aussäen, da sie als Jungpflanzen im Handel kaum erhältlich sind. Hier geben wir Antworten auf die zehn wichtigsten Fragen zur Aussaat.

1. Ab wann kann ich Gemüse und Blumen aussäen?

Wenn Sie zu früh mit der Aussaat beginnen, ist das Verhältnis von Temperatur und Lichtstärke für die jungen Sämlinge sehr ungünstig. Häufig steht die Saatkiste auf einer Fensterbank und wird von der Heizung erwärmt, die Sonne hat aber noch nicht genügend Kraft, um die Pflanzen ausreichend mit Licht zu versorgen. Die Sämlinge bilden daraufhin lange dünne Stängel mit kleinen, fahlgrünen Blättchen. Im Gärtnerjargon wird das Phänomen auch Vergeilung genannt. Faustregel: Im Haus nicht vor dem ersten März mit der Aussaat beginnen. Im Gewächshaus und Frühbeet können Sie Blumen und Gemüse etwas früher aussäen, weil die Pflanzen besser belichtet werden und sich das Verhältnis von Licht und Temperatur leichter steuern lässt. Im Haus gelingt eine frühere Aussaat nur bei zusätzlicher Belichtung mit einer Pflanzenleuchte. Bei der Direktsaat von Blumen und Gemüse im Beet hängt der Aussaattermin von der Winterhärte der jeweiligen Pflanzen ab. Die Aussaat von Bohnen sollten Sie so planen, dass die Pflanzen nicht vor den Eisheiligen keimen, Möhren hingegen können Sie schon im März aussäen.

2. Brauche ich spezielle Aussaat-Erde?

Sie sollten zur Aussaat von Blumen und Gemüse auf jeden Fall richtige Aussaat-Erde verwenden. Sie enthält im Gegensatz zu herkömmlicher Pflanzerde kaum Nährstoffe, damit die Sämlinge nicht gleich überfüttert werden, sondern zur Nährstoffversorgung kräftige Wurzeln ausbilden müssen. Gute Aussaat-Erde wird bei der Herstellung mit heißem Wasserdampf sterilisiert, um Pilzsporen und andere Krankheitserreger abzutöten. Tipp: Füllen Sie Ihre Aussaat-Gefäße zur Hälfte mit herkömmlicher Pflanzerde und verteilen Sie darauf eine gleich starke Schicht Aussaat-Erde. So bilden die Sämlinge zunächst viele Wurzeln und wachsen anschließend in die nährstoffreichere Erdschicht hinein.

3. Ist das Vorziehen von Gemüse und Sommerblumen sinnvoll?

Das hängt davon ab, um welche Pflanzen es sich handelt. Wärmebedürftige Gemüsearten wie Tomaten, Auberginen und Gurken sollten Sie immer vorziehen, weil die Vegetationsperiode im Freiland sonst kaum ausreicht, um reiche Ernten einzufahren. Kohlarten ziehen Sie am besten im Gewächshaus oder Frühbeetkasten vor; sie brauchen sonst ebenfalls sehr lange bis zur Erntereife. Auch klassische Balkonblumen wie Petunien oder Fleißiges Lieschen müssen unter Glas ausgesät werden, damit sie zum Start der Terrassensaison im Mai kräftig genug sind und die Blüte nicht zu spät einsetzt. Einjährige Kletterpflanzen wie Duft-Wicke (Lathyrus) oder Prunkwinde (Ipomoea) bieten schnelleren Sichtschutz, wenn sie frühzeitig ausgesät werden. Bei den meisten Gemüsearten und Sommerblumen ist die Direkt-Aussaat ins Beet allerdings die einfachere und bessere Methode.

4. Soll ich in Anzucht-Schalen aussäen oder in einzelne Töpfe?

Wenn das Saatgut – beispielsweise bei Tomaten – relativ grobkörnig ist und zuverlässig keimt, spricht nichts gegen eine Aussaat von jeweils zwei bis vier Samen in kleine Blumentöpfe. Vorteil: Sie können die Sämlinge später einfach vereinzeln und sparen sich das aufwändigere Pikieren. Feines Saatgut hingegen säen Sie besser in Schalen aus, denn dann können Sie sich aus einer Vielzahl von Sämlingen die kräftigsten aussuchen. Ein guter Kompromiss ist die im professionellen Gartenbau übliche Aussaat in Multitopf- oder Quickpotplatten: Die jungen Sämlinge werden nach dem Keimen mit kleinen Erdballen in größere Töpfe umgepflanzt und wachsen ohne Unterbrechung weiter, weil die Wurzeln dabei kaum beschädigt werden.

5. Wie erreiche ich, dass sich feines Saatgut besser verteilt?

In der Praxis erweist sich die gleichmäßige Aussaat von feinem Saatgut oft als schwierig. In diesem Fall hilft folgender Trick: Mischen Sie das Saatgut einfach mit möglichst feinem, trockenem Quarzsand und streuen Sie das Sand-Samen-Gemisch anschließend auf dem Saatbett aus. Bei flächiger Aussaat können Sie die Samen auch einfach in ein Küchen- oder Teesieb mit passender Maschengröße füllen und anschließend wie Puderzucker auf einem Kuchen ausstreuen.

6. Ist eine Abdeckung der Aussaat-Behälter zu empfehlen?

Damit die ausgesäten Samen keimen können, benötigen sie Wärme und eine möglichst hohe Luftfeuchtigkeit. Vor allem bei der Aussaat auf der Fensterbank ist wegen der trockenen Zimmerluft eine Abdeckung sehr wichtig. Verwenden Sie am besten spezielle Anzuchtkisten mit transparenten Kunststoffhauben und decken Sie einzelne Töpfe mit umgedrehten Einmachgläsern oder Frischhaltefolie ab. Vergessen Sie aber nicht, die Abdeckungen täglich für ein paar Minuten zu öffnen, damit ein Luftaustausch stattfinden kann und sich keine Pilzkrankheiten ausbreiten.

7. Wie muss ich Licht- und Dunkelkeimer aussäen?

Für die meisten Pflanzenarten spielt es keine Rolle, ob sie bei der Aussaat stärker oder weniger stark mit Erde bedeckt werden. Einige Pflanzen haben aber besondere Ansprüche: Lichtkeimer wie zum Beispiel Dill, Kresse, Sellerie, Fingerhut und Löwenmäulchen benötigen, wie der Name schon sagt, eine gewisse Lichtmenge, damit der Keim-Impuls im Samenkorn ausgelöst wird. Oft sind die Samen sehr klein und die Keimlinge deshalb kaum im der Lage, stärkere Erdschichten zu durchdringen. Die Samen der Lichtkeimer werden auf die Aussaaterde gestreut, mit einem flachen Holzbrett leicht in das Saatbett gedrückt und anschließend mit einer dünnen Schicht Sand übersiebt. Zum Anfeuchten verwenden Sie am besten eine Sprühflasche oder eine Gießkanne mit feiner Brause, damit die Samenkörner nicht wegschwimmen.

Dunkelkeimer wie Kürbis, Zuckermais, Lupinen, Stiefmütterchen und Stockrosen brauchen zur Keimung Dunkelheit und müssen deshalb mit einer ausreichend starken Erdschicht bedeckt sein. Zudem erzielen Sie bei einigen Arten eine höhere Keimquote, wenn Sie die Aussaat-Kisten bis zur Keimung in einem abgedunkelten Raum lagern oder das Gemüsebeet mit schwarzer Folie abdecken.

Wenn Sie die Keimbedingungen einer Pflanze nicht kennen, liegen Sie mit folgender Faustregel zu 99 Prozent richtig: Bedecken Sie alle Samen mit einer Sand- oder Erdschicht, die bei staubfeinem Saatgut höchstens dem einfachen bis doppelten und bei größeren Samenkörnern dem dreifachen bis vierfachen Korndurchmesser entspricht.

8. Warum keimen meine Staudensamen nicht?

Bei fast allen Stauden und Gehölzen aus winterkalten Regionen handelt es sich um sogenannte Frostkeimer. Botanisch korrekt ist die Bezeichnung Kaltkeimer, denn die Samen benötigen zum Keimen nicht unbedingt Frost, sondern lediglich einen längeren Zeitraum mit niedrigen Temperaturen. Diese natürliche Keimhemmung schützt die Samen davor, schon vor Ende des Winters zu keimen. Verhindert wird das Auflaufen der Frostkeimer von einem speziellen Pflanzenhormon, das durch die niedrigen Temperaturen langsam abgebaut wird. Aus diesem Grund keimen die meisten Staudensamen nur spärlich, wenn Sie sie im Vorjahr geerntet und bis zur Aussaat im warmen Heizungskeller aufbewahrt haben. Die Keimhemmung kann je nach Pflanzenart sehr hartnäckig sein – die Samen von Eibe und Zaubernuss beispielsweise keimen unter natürlichen Bedingungen oft erst nach drei bis vier Jahren. Um die Keimhemmung zu brechen, wird im professionellen ein Verfahren angewendet, das sich Stratifikation nennt: Man mischt die Samen mit feuchtem Sand und lagert das Gemisch bei Temperaturen um fünf Grad Celsius für mehrere Wochen oder Monate im Kühlhaus, bevor die Samen dann im Frühjahr ausgesät werden. Mithilfe eines Kühlschranks können auch Hobbygärtner die Samen von Kaltkeimern in Gefrierbeuteln mit feuchtem Sand stratifizieren. Vor dem Stratifizieren können Sie hartschalige Samen zusätzlich mit Schmirgelpapier behandeln, um die Quellung zu erleichtern.

9. Wie erkenne ich den richtigen Zeitpunkt zum Pikieren?

Der Zeitpunkt zum Pikieren ist gekommen, wenn sich die Keimblätter und die ersten richtigen Blätter entfaltet haben. Bei Pflanzen ohne spezielle Keimblätter warten Sie so lange, bis sich das vierte Laubblatt zu sehen ist. Grundsätzlich gilt: Je früher Sie die Sämlinge pikieren, desto kleiner ist die Wachstumsunterbrechung, weil kleinere Pflanzen schneller und zuverlässiger anwachsen als größere. Außerdem machen sich die Sämlinge in Aussaat-Schalen schnell gegenseitig das Licht streitig, wenn Sie mit dem Pikieren zu lange warten.

10. Wann können die vorgezogenen Pflanzen nach draußen?

Der optimale Zeitraum für das Auspflanzen der eigenen Anzucht hängt vor allem vom Witterungsverlauf ab, da fast alle Gemüse- und Balkonblumenarten frostempfindlich sind. Zur Sicherheit sollten Sie die Eisheiligen (etwa Mitte Mai) abwarten, bis Sie Ihre Jungpflanzen ins Gartenbeet oder in den Balkonkasten setzen. Selbst ausgesäte winterharte Pflanzen können Sie hingegen gleich im Frühjahr in den Garten umsiedeln. Wichtig: Pflanzen, die zuvor im Gewächshaus oder auf der Fensterbank gestanden haben, vertragen weder starke Sonneneinstrahlung noch niedrige Temperaturen. Um Blattverbrennungen oder Temperaturschocks zu vermeiden, sollten Sie die Jungpflanzen daher mit temperiertem Wasser angießen und in den ersten Tagen nach dem Auspflanzen mit einem Schattiernetz abdecken. Kübelpflanzen und frisch bepflanzte Balkonkästen sollten für die ersten paar Tage an der frischen Luft möglichst schattig stehen.